Lara Dämmig und Elisa Klapheck
Editorial
[English]
Innerjüdische Debatten zur Erneuerung des europäischen Judentums
sind überfällig. Bet Debora will hierzu Anstöße geben. Bei unserer ersten Tagung
im Mai 1999 diskutierten wir, wie sich die jüdische Tradition weiterentwickelt,
gestalten doch Frauen als Rabbinerinnen, Aktivistinnen oder Gelehrte das Leben
in den Gemeinden und Synagogen immer mehr mit. Bei der diesjährigen Tagung
griffen wir ein Thema auf, das in den aktuellen Diskussionen eine große Rolle
spielt. Hat die Familie noch Zukunft?
Für die Zukunft des Judentums ist diese Frage von entscheidender
Bedeutung. Die klassische Kleinfamilie wird nach wie vor als Grundfeste der
jüdischen Tradition angesehen. Die Frauenrollen scheinen darin klar umrissen.
Tatsächlich aber ist die jüdische Traumfamilie nicht unbedingt mehr Normalität.
Jüdinnen und Juden leben heute auch als Singles, Alleinerziehende, in
"gemischten" Partnerschaften, als Lesben und Schwule - kurz: in einer Vielfalt
von Lebensformen. Das ist jedoch Ausdruck einer allgemeinen Entwicklung. Auf
unserer Tagung "Die jüdische Familie - Mythos und Realität" wollten wir diese
Lebenswirklichkeit einmal aus einer jüdischen Frauenperspektive beleuchten, um
eigene Standpunkte zu formulieren und sie in die gegenwärtige Debatte
einzubringen.
In diesem Zusammenhang erscheint es uns wichtig, daß Bet Debora
sowohl in der jüdischen, als auch in der nichtjüdischen Öffentlichkeit
wahrgenommen wird. Wir hoffen, mit diesem Journal, das die Tagung dokumentiert
und weitergehende Fragestellungen aufgreift, einen Beitrag hierzu zu leisten.
Wir freuen uns über Resonannz und hoffen, die Leserinnen und Leser bei der
nöchsten Bet-Debora-Tagung im Jahre 2001 begrüßen zu können.
Danksagung
Dieses Journal wäre ohne die finanzielle Förderung des
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend nicht möglich
gewesen. Darüber hinaus bedanken wir uns bei allen, die die Tagung und das
Journal unterstützt haben. Neben dem Bundesfamilienministerium wurde Bet Debora
gesponsert von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, der Axel Springer Stiftung, der
Hanadiv Charitable Foundation und der Schering AG. Der Erfolg der Tagung ist
aber auch dem großen Engagement vieler Mitstreiterinnen zu verdanken. Im
Organisationsbüro wirkten Carolyn Naumann, Grit Beel, Katrin Baumeister und
Rainer Krokat - unterstützt von zahlreichen Helferinnen und Helfern. Die
Simultan-Dolmetscherinnen waren Karin Fleischhacker und Catherine Johnson. Das
Catering, das allseits Begeisterung auslöste, leistete Gaby Nonhoff. Für den
reibungslosen Ablauf von seiten der Jüdischen Gemeinde sorgten Eva Nickel und
die Firma Xenon. Dankenswerterweise stellte uns die kommissarische Rektorin der
Jüdischen Oberschule, Raissa Kruk, Räume zur Verfügung. Darja Bartsch und
Susanne Grunewald organisierten das Kinderprogramm. Nicht zuletzt gilt unserer
besonderer Dank allen beteiligten Referentinnen, Moderatorinnen und
Künstlerinnen.
Außerdem freuen wir uns über die gute und inspirierende
Zusammenarbeit mit allen Autorinnen. Das Journal erscheint wieder in Deutsch,
Englisch und Russisch. Die Übersetzerinnen - Ludmila Duwidowitsch, Dr. Irene
Runge, Taryn Toro, Julia Vinikova - haben eine immense Leistung vollbracht. Die
Stimmung während der Tagung geben die Fotos von Silke Helmerdig und Burkhard
Peter wider. Das originelle Layout verdanken wir der Graphikerin Sonja
Hennersdorf.
Lara Dämmig und Elisa Klapheck
Initiatorinnen von Bet Debora
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