

Im Anfang |
Ich wurde im Osten Deutschlands geboren und stamme aus einer
vollständig säkularisierten Familie. Das einzige "jüdische Wissen" mit dem ich
aufgewachsen bin, war das Wissen um die Schoa und der damit verbundene Schmerz.
Mit 17 Jahren, direkt nach dem Tod meines Vaters, war ich das erste Mal in einer
Synagoge und war erstaunt, wie vertraut mir diese Umgebung war, auch wenn ich im
Gottesdienst anfangs kein Wort verstand. Die Gemeinde begann, meine nicht mehr
vorhandene oder für eine DDR-Bürgerin zumindest unerreichbare Verwandtschaft, zu
ersetzen.
Ich fing an, mich mit jüdischen Texten
auseinander zusetzen. Die Texte
begeisterten mich und halfen mir, Positives in meinem Judentum zu entdecken.
Diese Auseinandersetzung wurde sehr bald zu einem wichtigen Impuls für meine
künstlerische Arbeit, zu einer Möglichkeit, heutige, für mich relevante Fragen
zu stellen.
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