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Journal 2 - 2001 |
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Jacqueline Rothschild Wenn wir die Gefühle von Menschen verstehen wollen, die zum Judentum konvertieren, und von denjenigen, die sie aufnehmen sollten - die Gemeindemitglieder - müssen wir die Motivationen für den Übertritt kennen. Es gibt eine Reihe von Beweggründen, konvertieren zu wollen. Das kann vielleicht durch die Situation in der Familie bedingt sein: xxxxxxxxbei
denen mit jüdischen Eltern, normalerweise dem Vater, aber ohne jüdische
Erziehung, Eine andere Gruppe hat aus religiösen oder psychologischen Gründen das Verlangen, jüdisch zu werden, z.B. aufgrund des Studiums und Verständnisses der "Wurzeln" des Christentums. Oder wegen des Schuldgefühls hinsichtlich des Schicksals der Juden in der Geschichte und der Verstrickung ihrer eigenen Familien in dieser (z.B. Kinder von Eltern, die im Widerstand waren usw.) Und nicht zuletzt sind jene zu erwähnen, die in der Welt irgendwie verloren gegangen sind und nach einem anderen, freundlicherem Ort suchen. Natürlich können viel mehr Gründe und Ursachen aufgezählt werden, die oft individuell sehr verschieden sind. Die Reaktionen der Gemeindemitglieder auf neue und potentieller Mitglieder sind gleichermaßen zahlreich und breit gefächert. Es kann das Gefühl ehrlicher und aus dem Herzen kommender Freude aufkommen, wenn jemand der Gemeinde beitritt, da sie oder er die klaffende Lücke füllt, die die Schoa hinterlassen hat. Viele freuen sich, daß jemand mit Wissen dazustößt. Oder daß aus einer "gemischten" Ehe oder Beziehung eine jüdische werden wird, oft gefolgt von der Chuppa [Trauung] und möglicherweise von Kindern, die die jüdischen Schulen besuchen werden usw. Konvertiten können aber auch negative Gefühle hervorrufen - das Gefühl, bedroht und überschwemmt zu werden oder der Situation nicht gewachsen zu sein, weil viele Konvertiten und Konvertierende durch das Lernen über mehr Wissen verfügen als "richtige" Juden. Es gibt Ängste über zu viele "Fremde", über Menschen, die "unsere Familie und unsere Geschichte" nicht kennen; "rassistische" Ängste über zu viele Neue, die "unser jüdisches Blut" verwässern. Oft ist es schwierig, eine Harmonie zwischen den starken Gefühlen der zwei beteiligten Gruppen herzustellen. Darum ist Konversion viel mehr als nur Lernen. Es geht um Integration, gegenseitiges Verstehen und die Einbeziehung aller positiven und negativen Gefühle auf beiden Seiten, die mit einer derart komplexen inneren Veränderung einhergehen. Jacqueline C. Rothschild-Frankenhuis, geboren in den Niederlanden, lebt heute in Berlin. Sie unterrichtet Kandidatinnen und Kandidaten für den Giur [Übertritt zum Judentum]. |
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