Journal 2 - 2001
Unsere Mischpoche - Unsere Kehille

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Marion Kahnemann
Künstlerische Entdeckungsreise

Im Anfang

Ich wurde im Osten Deutschlands geboren und stamme aus einer vollständig säkularisierten Familie. Das einzige "jüdische Wissen" mit dem ich aufgewachsen bin, war das Wissen um die Schoa und der damit verbundene Schmerz.
Mit 17 Jahren, direkt nach dem Tod meines Vaters, war ich das erste Mal in einer Synagoge und war erstaunt, wie vertraut mir diese Umgebung war, auch wenn ich im Gottesdienst anfangs kein Wort verstand. Die Gemeinde begann, meine nicht mehr vorhandene oder für eine DDR-Bürgerin zumindest unerreichbare Verwandtschaft, zu ersetzen.

Ich fing an, mich mit jüdischen Texten auseinander zusetzen. Die Texte begeisterten mich und halfen mir, Positives in meinem Judentum zu entdecken. Diese Auseinandersetzung wurde sehr bald zu einem wichtigen Impuls für meine künstlerische Arbeit, zu einer Möglichkeit, heutige, für mich relevante Fragen zu stellen.

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