Journal 3 in 2003
Im Gespräch mit den Anderen - Sarah-Hagar

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Irene Pabst
Der Umgang mit der Tradition der Anderen

Ich möchte gerne vorneweg schicken:
1. Ich spreche als evangelische Theologin, also aus einer christlichen Perspektive.
2. Ich spreche auf dem Hintergrund von Erfahrungen, die ich einerseits im jüdisch-christlichen Dialog und andererseits im interreligiösen Sarah-Hagar-Projekt gemacht habe.

Der Umgang mit der Tradition meines Gegenübers ist einer der Knackpunkte im interreligiösen Dialog. Hier kristallisieren sich Vorurteile über „die anderen“, Ablehnung ihrer vermeintlich überholten Traditionen, Überlegenheitsgefühle bezüglich der eigenen Tradition, aber auch unkritische Begeisterung für alles, was neu und anders ist sowie unvorsichtige Vereinnahmung und Grenzverletzungen. Dialog bewegt sich zwischen diesen beiden Extremen und ist eine schwierige Gratwanderung. Wenn ich versuche, diese Gratwanderung in einem Satz zusammen zu fassen, worauf es für mich beim Thema „Umgang mit der Tradition der Anderen“ ankommt, dann kommt dieser Satz heraus:

Einen gerechten, gleichberechtigten, offenen Dialog führen, heißt, das Fremde lieben zu lernen, ohne es zu vereinnahmen.

Ich möchte die Teile dieses Satzes zunächst erläutern.
– Dialog führen heißt, sich die Fremdheit der anderen Tradition zuerst einmal einzugestehen. Das Fremde ernst nehmen heißt, die Unterschiede zu respektieren und sie nicht von Anfang an wegzureden, etwa über selbsttäuschende Verallgemeinerungen wie: „Wir glauben doch alle an denselben Gott“ oder „Als Frauen kämpfen wir doch alle gegen Unterdrückung“.

– Lieben bedeutet mehr als einfach nur Toleranz. Hinter einer toleranten Haltung kann sich auch kalte Gleichgültigkeit oder sogar klammheimliche Verachtung verbergen. Ich kann z.B. tolerant sein, weil mich mein Gegenüber nicht wirklich interessiert. Diese Form von Toleranz beobachte ich häufig in meinem Umfeld. Ich wohne im Stadtteil Neukölln, in dem viele Leute unterschiedlicher Nationalitäten leben, aber es gibt kein wirkliches Miteinander. Das Fremde zu lieben schließt hingegen echtes Interesse und echte Zuwendung ein. Das ist ein Lernprozess, der von mir fordert, Zeit und Energie darin zu investieren, mich auf Unbekanntes einzulassen und über meine Grenzen hinaus zu gehen.

– Neuem, Fremdem zu begegnen, ist ein Abenteuer. Es kann Begeisterung auslösen, die soweit geht, dass ich mir das Neue aneigne und – vielleicht unbewusst – einverleibe. Dann bin ich einen Schritt zu weit gegangen, weil ich Differenzen einfach aufhebe und etwas, das nicht mir gehört, vereinnahme. Das ist eine Gefahr, der ich immer wieder im christlich-jüdischen Dialog begegnet bin. Mangelnde Distanz zeigt sich z.B. darin, wenn Christen/-innen sich nun nach 2.000 Jahren Desinteresse verstärkt jüdischen Themen zuwenden, jüdische Tradition und Geschichte erforschen, ohne Rechenschaft darüber abzulegen, warum und mit welchem Ziel sie das tun. Es ist ein entscheidender Unterschied, ob ich als Christin historisch über jüdische Frauen forsche oder ob dies eine Jüdin tut. Letztere erforscht ihre eigene Geschichte, während erstere sich auf fremdes Gebiet begibt. Auf ein Gebiet, das nicht neutral ist, sondern das von einer langen Geschichte christlichen Antijudaismus’ geprägt ist, der letztlich in der Schoa kulminiert ist.

Wenn ich von christlichem Antijudaimus spreche, dann meine ich primär christlich-theologisch begründete Vorurteile gegenüber der jüdischen Religion, aber auch die säkularen und politischen Varianten davon. Denn wir leben in einer Kultur, die von christlichen Normen und Werten durch und durch geprägt ist, ob man oder frau sich als Christ oder Christin definiert oder nicht. Der Antijudaismus ist Teil unserer Kultur. Es ist nicht möglich, sich davon zu distanzieren, indem man oder frau sich vom Christentum distanziert. Wenn die genannten Unterschiede ausgeblendet werden, kommt es zu einer Schieflage und unter Umständen auch zu einem Umarmungseffekt, der vielleicht von jüdischer Seite so gar nicht gewünscht ist.

Ich möchte damit nicht sagen, dass Christen/-innen sich nicht mit jüdischer Tradition beschäftigen sollen, im Gegenteil, das widerspräche ja dem Grundgedanken des Dialogs. Aber es ist eine wichtige Frage, wie sie es tun.
Ich bin der Meinung, dass der Weg zu einem angemessenen Umgang mit der Tradition von anderen über die Erinnerung an unsere Geschichte führt. Erinnerung macht einerseits die Unterschiede und Grenzen bewusst und eröffnet andererseits die Möglichkeit zu einem zukunftsweisenden Dialog.

Ich denke, dass das auch für einen interreligiösen Trialog zwischen Musliminnen, Jüdinnen und Christinnen, den wir im Sarah-Hagar-Projekt fördern möchten, wichtig ist. Diesen Gedanken möchte ich im Folgenden in vier Punkten entfalten.

1. Die Gegenwärtigkeit von Geschichte
Die Folgen der Schoa sind in der deutschen Gesellschaft nach wie vor präsent, zwar häufig nicht an der Oberfläche, aber im Verborgenen. Sie wirken sich in gestörten Familienbeziehungen auf der Seite von Tätern und ihren Nachkommen und auf der Seite der Opfer und ihrer Nachkommen aus. Es gibt diesbezüglich wohl in kaum einer deutschen Familie ein unverkrampftes Verhältnis zwischen den Generationen, selbst dort, wo es ein Nachfragen gibt. In anderen Familien bestehen Mauern des Schweigens und von Rechtfertigungen. Die heute 16-Jährigen scheinen sich für die Geschichte ihrer Groß- und Urgroßeltern schon nicht mehr so sehr zu interessieren. Aber gerade das Schweigen wirkt weiter.

Teilweise sind die Folgen ganz offen präsent: in heutigem Rechtsradikalismus und Rassismus, in Gewalt gegen anders Aussehende, Gewalt gegen jüdische Menschen und Einrichtungen. Ich bin damit konfrontiert, ob ich will oder nicht. Die Vergangenheit ist auch präsent im Dialog zwischen Menschen jüdischer und nicht-jüdischer Herkunft und äußert sich z.B. darin, dass es keine Gleichheit im Gespräch gibt (es kann sie auch nicht ohne Weiteres geben). Diffuse Schuldgefühle auf der einen Seite, Wutgefühle auf der anderen Seite, über das, was an Verletzungen geschehen ist und darüber, immer als Opfer wahrgenommen zu werden machen ein gleichberechtigtes Gespräch schwierig.

Das Spüren der Nachwirkungen der Geschichte, die Ahnung, dass es etwas mit mir zu tun hat und dass es die christliche Theologie, die ich studiert habe, im Kern betrifft, haben mich dazu motiviert, mich damit auseinanderzusetzen, nach den Ursachen zu fragen und nach einer anderen Zukunft, in der sich diese Geschichte nicht wiederholen wird. Ich entschloss mich (1993) zu einem Studienjahr in Israel im Rahmen eines Programms für jüdisch-christlichen Dialog, dessen Ziel ein Kennenlernen der jüdischen Tradition ist, um christliche Klischees zu korrigieren und um sich selbstkritisch mit der eigenen christlichen Tradition auseinanderzusetzen.

In diesem Studienjahr habe ich wichtige Erfahrungen gemacht, die mein weiteres Studium geprägt haben und mein Engagement im interreligiösen Trialog gestärkt haben.

2. Erfahrungen mit dem Fremden und mit Dialog
Die Gegenwärtigkeit der Geschichte der Schoa habe ich in Israel besonders intensiv erfahren. Einerseits in den konkreten Begegnung mit Überlebenden der Schoa, aber auch in der gesamten gesellschaftlichen Atmosphäre. Die hohe Präsenz des Militärs, Sicherheitsmaßnahmen wie Taschenkontrollen am Eingang der Universität haben mich zunächst befremdet, haben mir dann aber vor Augen geführt, wie dünn die Schicht ist, die über der Vergangenheit liegt. Auch in Begegnungen mit Israelis meiner Generation war sie sofort präsent, wenn ich gesagt habe, dass ich Deutsche bin. Die Vergangenheit war dabei nicht immer verbal präsent, vor allem bin ich nie persönlich dafür angegriffen worden, aber sie lag sozusagen unausgesprochen in der Luft. Wenn man in Deutschland vielleicht auch die Augen vor den Folgen der Geschichte einfach verschließen kann, so funktioniert das in Israel jedenfalls nicht. Diese Erfahrung hat mir noch einmal deutlich gemacht, dass ein Dialog an der Geschichte vorbei nicht möglich ist.

Eine weitere wichtige Erfahrung war das Kennenlernen der mir fremden, jüdischen Tradition, nicht vermittelt durch Bücher, sondern in lebendigen Begegnungen. Die Vielfalt der Traditionen hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der Unterricht bei einem orthodoxen Talmudlehrer, die Begegnung mit säkularen Mitstudierenden oder mit religiösen Frauen, die das Recht für sich einforderten, öffentlich an der Westmauer aus der Tora zu lesen und vieles mehr hat mir ein neues Bild von jüdischer Tradition vermittelt, eines von lebendiger Vielfalt. Viele der Bilder, mit denen ich aufgewachsen bin, wurden so in Frage gestellt und verändert. Als ich wieder in Deutschland zurück war, habe ich auch das jüdische Leben hier in Deutschland anders wahrgenommen.

In der intensiven Beschäftigung mit jüdischer Tradition habe ich eine Menge gelernt, manches Fremde wurde mir vertraut, anderes ist fremd geblieben. Es geht aber nicht darum, alles zu verstehen und alles gut zu finden, sondern darum, das Fremde, so wie es ist, sein zu lassen.

In den Begegnungen mit jüdischen, aber auch mit arabischen Menschen, mit christlichen und muslimischen Palästinensern/-innen habe ich Dialog erlebt, der von Offenheit, Gastfreundschaft und gegenseitigem Interesse geprägt war. Die Erfahrung, dass es einen Dialog über religiöse und ethnische Differenzen und auch über den Graben der Geschichte hinweg gibt, wurde für mich zum Ausgangspunkt für eine Ausweitung des jüdisch-christlichen Dialogs. In meinem deutschen Kontext leben Juden, Christen und Muslime. Die Einbeziehung von Muslimen/-innen und das Anstreben eines Trialogs bringen neue Impulse in den Dialog hinein, die für die Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft lebenswichtig sind.

Schließlich war eine der wichtigsten Erfahrungen, sich selber als fremd und in der Situation, in der Minderheit zu sein, zu erleben. Zu erleben, wie es ist, wenn man die Sprache nicht richtig sprechen kann und auf Hilfe von anderen angewiesen ist, z.B. bei alltäglichen Dingen wie der Wohnungssuche oder dem Besuch von Behörden wegen der Aufenthaltsgenehmingung – das korrigiert die Wahrnehmung von sich selbst ungemein. Selbstverständlichkeiten sind es auf einmal nicht mehr. Und es fällt leichter, sich in die Situation anderer hineinzuversetzen, die hier in Deutschland Fremdsein erleben.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir das sich-Einlassen auf die Erinnerung an Geschichte eine Fülle neuer, positiver Erfahrungen ermöglicht hat. Ich habe dadurch den Dialog als grundlegendes Prinzip entdeckt, um an der Überwindung von Vorurteilen arbeiten zu können und um Fehler in der eigenen Tradition korrigieren zu können.

3. Auseinandersetzung mit der eigenen antijüdischen Tradition
Die Erinnerung an die eigene Geschichte ist auch der Punkt, an dem die Auseinandersetzung mit dem Antijudaismus und den blinden Flecken in der eigenen Tradition beginnt. Das Eingeständnis, dass es ihn gibt, ist in der theologischen Lehre keinesfalls eine Selbstverständlichkeit, aber die Bereitschaft dazu nimmt doch allmählich zu. Und da gibt es noch viel zu tun: Der Lehre von der Verwerfung Israels, weil es Jesus als Messias ablehnt und von der Ersetzung des jüdischen Volkes als Gottesvolk durch die Kirche bei den Kirchenvätern kann gar nicht vehement genug widersprochen werden. Sie hat die Wahrnehmung vom Judentum bis in unsere Gegenwart hinein geprägt.

Sie zeigt zwei typische christliche Verhaltensweisen im Umgang mit jüdischer Tradition: Einerseits wird die jüdische Tradition durch die christliche vereinnahmt, andererseits findet eine negative Abgrenzung gegenüber dem Judentum statt. Ein Beispiel dafür ist auch die Auslegung der Sara- und Hagar-Geschichten in der christlichen Tradition. Die jüdische Stammutter Sara wird bei den Kirchenvätern zum Sinnbild für die Kirche, die Ägypterin Hagar wird zum Sinnbild für die Synagoge, die ausgestoßen wird. Diese Auslegung hat in der Kunst des Mittelalters weitergewirkt. An den Portalen mittelalterlicher Kirchen finden sich häufig Darstellungen von Kirche und Synagoge als Frauengestalten, wobei die Kirche als strahlende und mächtige Königin dargestellt ist, während die Synagoge als Besiegte und blind gegenüber der vermeintlichen christlichen Wahrheit dargestellt wird. Diese Bilder haben das kulturelle Gedächtnis unzweifelhaft geprägt. In einer christlichen Dominanzkultur sind Juden und Jüdinnen zu Repräsentanten/-innen für „das Andere, Fremde“ geworden.

Die selbstkritische Erkenntnis der Mitverantwortung an der Entstehung und Tradierung antijüdischer Vorurteile ist Voraussetzung für die Entwicklung eines neuen Umgangs mit jüdischer Tradition und einer neuen Verhältnisbestimmung. In einem zweiten Schritt kann durch das Lernen von jüdischer Tradition die eigene Tradition konstruktiv verändert werden.

Es wird beispielsweise möglich, das Judentum als Wurzel des Christentums zu sehen, ohne die es kein Christentum geben würde, oder Jesus nicht im Gegensatz zu seiner jüdischen Tradition sehen, sondern als Kind davon, oder den Bund Gottes mit dem jüdischen Volk als immer noch gültig zu sehen, in den Christen/-innen mit hineingenommen sind. Hier ist ein Lernprozess in Gang gesetzt, der noch lange nicht am Ziel ist. Eine neue Verhältnisbestimmung, die aus den alten Klischees ausbricht, sollte aber nicht nur die Gemeinsamkeiten und Kontinuitäten hervorheben, sondern auch die Differenzen bewusst machen. Es geht darum, das Gegenüber erkennbar zu lassen, Andersheit zu akzeptieren und als Bereicherung zu verstehen.

Die von mir beschriebene Hermeneutik der Erinnerung an eine Geschichte von Schuld und falschen Einstellungen und Taten soll gerade nicht dazu dienen, Schuldgefühle zu schüren, sondern dazu, Erinnerung als eine Kraft zu begreifen, die Zukunft eröffnet. Erinnerung macht uns zu Wesen, die Wurzeln und die eine Zukunft haben. Der Weg in die Zukunft führt aber nur über die Vergangenheit. Als Ziel eines geschichtsbewussten Dialogs stelle ich mir vor, dass es möglich wird, jüdische Menschen nicht mehr nur als Opfer christlicher Ablehnung und Verfolgung zu sehen, sondern als gleichberechtigtes Gegenüber mit einer reichen, lebendigen, gleich wertvollen Tradition.

Die Erinnerung an Geschichte in das Zentrum eines Dialogs zu stellen bedeutet nicht, etwas von außen in ihn hineinzutragen. Die Zentralität von Erinnerung wurzelt vielmehr im biblischen Denken, das der jüdischen und christlichen Tradition gemeinsam ist: In jüdischer Tradition spielt die Erinnerung an den Exodus eine zentrale Rolle, in der christlichen die Erinnerung an Jesus im Abendmahl. Bei beiden geht es um die Vergegenwärtigung von Geschichte für eine lebensfördernde Zukunft.

4. Ausweitung auf einen interreligiösen Trialog
Zum Schluss möchte ich meine These zum Umgang mit der Tradition der Anderen mit dem interreligiösen Trialog zwischen Jüdinnen, Musliminnen und Christinnen verknüpfen, wie er u.a. im Sarah-Hagar-Projekt stattfindet:

Erinnerung schärft nicht nur die Wahrnehmung der Vergangenheit, sondern auch die Wahrnehmung der Gegenwart und sensibilisiert für heutige ungerechte Strukturen. Erinnerung kann davor bewahren, dieselben Fehler zu wiederholen. Dies gilt wie für das jüdisch-christliche so auch für das christlich-muslimische Verhältnis. Auch Muslime/-innen leben in einer christlichen Dominanzkultur und sind Vorurteilen und Benachteiligungen ausgesetzt. Die Erinnerung an die christliche Dominanzgeschichte schließt auch das mit ein. Die Geschichte der Muslime in Europa wird meiner Meinung nach von Christen/-innen kaum wahrgenommen. Auch der christlich-muslimische Dialog kann auf keine sehr lange Tradition zurückblicken, und auch hier gibt es für Christen/-innen noch eine Menge zu entdecken.

Aber auch die Muslime/-innen sollen nicht nur als Opfer christlicher Dominanz in den Blick kommen. Sie können gerade, was das jüdisch-christliche Verhältnis angeht, eine wertvolle Mittlerinnenposition einnehmen, da sie nicht gleichermaßen in die christliche Schuldgeschichte gegenüber Juden und Jüdinnen verstrickt sind. Die Einbeziehung einer dritten Partei kann dabei helfen, auf gleichberechtigte Beziehungen hinzuarbeiten.

Für den Umgang mit der Tradition der Musliminnen gilt für mich das, was ich eingangs gesagt habe: das Fremde lieben zu lernen, ohne es zu vereinnahmen. Meine Vision ist ein Trialog, in dem fremde Traditionen als etwas Positives wahrgenommen und akzeptiert werden können und in dem selbstkritisch eigene Vorurteile und Vereinnahmungstendenzen erkannt und bearbeitet werden. Darüber hinaus sollte durch Toleranz eine Atmosphäre geschaffen werden, in der – unter dem notwendigen Respekt – auch gegenseitig Kritik geäußert werden kann, die konstruktiv und weiterführend ist. Oft erkennt man oder frau die eigenen blinden Flecken erst im Spiegel des Gegenübers. Unter diesen Bedinungen können dann auch neue Wege beschritten werden, können gemeinsam neue Traditionen für ein friedliches und gleichberechtigtes Zusammenleben entwickelt werden.

Irene Pabst - evangelische Theologin, arbeitet an einer Dissertation zum Thema "Sara und Hagar in der rabbinischen Literatur", Mitarbeiterin von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste Berlin

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