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Journal 3 in 2003 |
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Salean Maiwald Impressionen der dritten Bet-Debora-Tagungen Das Wort jad kam auf ungewöhnliche und eindrucksvolle Weise zu mir. Bei einem Flug nach Israel saß ich neben einem Israeli. Wir unterhielten uns, auf englisch, und waren schnell bei der hebräischen Sprache. Er schwärmte von der etymologischen, der wahren Bedeutung der Worte und schrieb ein Beispiel in mein Tagebuch: jad Hand und darunter: jadid Freund. Berühren sich also zwei Hände, wird ein Raum geschaffen, in dem eine Freundschaft keimen kann. Meistens, wie bei diesem Flug, geht ja dem Händeaustausch ein Gedankenaustausch voraus, als erste Annäherung. Ähnliches, die im Wort angelegte Nähe von jad und jadid, erfuhr ich bei der dritten Bet-Debora-Tagung. Bet Debora ist nicht nur das Haus der Debora, der Priesterin, Richterin und Politikerin aus der Bibel. Im Hebräischen bedeutet das Wort Debora Biene und Bet Debora Bienenhaus. Und wie in einem Bienenstock schwirrten die Stimmen der Referentinnen und Teilnehmerinnen lustvoll im Raum. Obwohl das Thema der Tagung nicht einfach war : Macht und Verantwortung. Die Frauen widerstanden der Versuchung, eigene Diskussionsbeiträge mit Macht durch zu setzen. Wie ein optimaler Führungsstil von Frauen, die es endlich ganz nach oben geschafft haben, auszusehen habe, darüber gingen die Meinungen sehr auseinander. Verleugnet eine Frau sich und andere Frauen, wenn sie ihre Führungsposition mit eingeübten männlichen Strategien ausübt, anstatt mit neuen weiblichen zu experimentieren? Drei volle Tage mit langen Sommernächten flogen die Debora-Teilnehmerinnen umher, ein Programm, das alle Sinne anregte, lockte. Man kam sich nicht nur über Worte näher. Die Pianistin Elzbieta Sternlicht verzauberte mit Kompositionen von Fanny Hensel. Durch die geöffneten Fenster schaute die helle Sommernacht herein, trug die Pianoklänge und die wohlige Energie der Zuhörerinnen hinaus. Bei der anschließenden Hawdala, der Trennung des Heiligen vom Profanen, fassten sich die Frauen an den Händen und wiegten sich singend im Schawua Tov. Als wäre man gar nicht nach Hause gegangen, versammelten sich viele Frauen bereits einige Stunden später beim Schacharit mit Rabbinerin Eveline Goodman-Thau . Einige Beterinnen hielten einen Tallit wie ein Zeltdach hoch, während andere darunter sangen und tanzten, Hand in Hand. Der Moment des Abschieds verströmte seinen leicht bitteren Duft, doch viele Teilnehmerinnen der Bet-Debora-Tagung tauschten ihre Adressen aus. Salean Maiwald Schriftstellerin in Berlin |
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